Seiwal

Balaenoptera borealis

Lesson, 1828 gestrandet von Espaço Talassa beobachtet

Seiwale sind bei Geburt 4.5m lang und bis zu 700kg schwer. Ausgewachsene Tiere können bei dieser Art bis zu maximal 20m lang werden. Sowie bei allen anderen Furchenwalen, ist bei den Seiwalen auch das Weibchen ein wenig größer als das Männchen. Sie besitzen 220-410 Bartenplatten auf jeder Seite ihres Kiefers, welche dunkelgrau bzw. schwarz gefärbt sind und weniger als 80cm Länge haben. Ihre Lebenspanne liegt bei ca. 60 Jahren.
Seiwale haben einen langen, stromlinienförmigen Körper, welcher rückenseitig grau und bauchseitig weiß gefärbt ist. Eine einzige, der Länge nach gezogenen, Furche befindet sich am Kopf. Die Rückenflosse ist groß und, prominent und sehr stark sichelförmig. Seiwale haben einen hohen (ca. 3m), säulenförmigen Blas. Bei einem Tauchvorgang krümmen sie ihren Rücken, allerdings deutlich weniger als die meisten anderen Furchenwale.
Seiwale haben eine abwechslungsreiche Ernährung und können sich im Vergleich zu anderen Bartenwalen sehr gut an andere Beute anpassen. Sie ernähren sich von kleinen Fischen, Tintenfischen, Krill und kleinere Zooplankton, wie beispielsweise Ruderfußkrebse. Ihre Fressmethoden bestehen aus dem sogenannten „lunging“- Verhalten wie auch dem „skimming“, wo sie über einen längeren Zeitraum hinweg ständig das Meereswasser nach Nahrung filtern. Auf den Azoren zeigen sie ein sehr typisches Verhalten: Sie schwimmen häufig sehr nahe unter der Wasseroberfläche ohne sie zu berühren, dadurch entstehen Fluken Abdrücke, welche es einfacher machen dem Tier zu folgen. Wahrscheinlich unternehmen Seiwale saisonale Wanderungen zwischen kälteren Gewässern im Sommer und wärmeren Gewässern im Winter hin und her. Allerdings ist das Ausmaß dieser Bewegungen nicht bekannt. Wie auch andere Bartenwale, bestehen ihre Gruppen und losen Verbände nur temporär. Die Geburten finden in subtropischen Gewässern im Winter statt, nach einer Tragzeit von 11-12 Monaten.
Seiwale treten in allen Ozeanen von subtropischen Gewässern bis in höheren Breitengrade auf, in tiefen wie auch in seichteren Gewässern. Plötzliches Verschwinden bzw. Auftauchen einer Population in bestimmten Regionen sind sehr charakteristisch für Seiwale. Sie können leicht mit Finnwalen (Balaenoptera physalus) verwechselt werden. Allerdings kann man die asymmetrische Färbung des rechten Unterkiefers bei Finnwalen normalerweise schön erkennen und damit diese beiden Arten differenzieren. Bei Brydewalen (Balaenoptera edeni) ist die Unterscheidung deutlich schwieriger .Ist es in dieser Situation möglich die drei Furchen am Kopf des Brydewales zu identifizieren können somit diese beiden Arten unterschieden werden, oder man versucht , die Form der Rückenflosse beider Arten zu verinnerlichen.
Diese Art ist saisonal in azorianischen Gewässern heimisch. Im Durchschnitt wird sie bei ca. 5% unserer Ausflüge gesichtet. Seiwale ziehen allerdings später als andere Bartenwale an der Südküste von Pico vorbei, beginnend im April. Auch wenn seltene Sichtungen in den Sommermonaten auftreten können, liegt die beste Zeit um Seiwale zu sichten zwischen Anfang Mai und Anfang Juni.
PT: Sardinheira / AZORES: Finbeque
ENG: Sei whale
FR: Rorqual boréal
DE: Seiwal
IT: Balenottera boreale
ESP: Rorcual norteño
NL: Noordse vinvis