KURZFLOSSEN-GRINDWAL
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Globicephala macrorhynchus

Namen

Azoren: Peixe boi - Portugal: Baleia piloto tropicale - Italien: Globicefalo - Spanien: Ballena piloto - Grossbritannien: Short-finned pilot whale - Frankreich: Globicéphale tropical - Niederlande: Griend - Schweden: Grindval - Norwegen: Grindhval - Dänemark: Grindwal.

Beschreibung

Die mittlere Grösse der erwachsenen Tiere variiert zwischen 4 und 5 m. Die Weibchen können bis 5 m und die Männchen bis 6,5 m gross werden. Das Gewicht der erwachsenen Tiere liegt zwischen 2.500 und 3.000 kg. Das Neugeborene ist ca. 1,4 m lang. Der Körper ist dunkelgrau, ein etwas hellerer Fleck erstreckt sich vom Kinn bis zum After. Der Kopf hat eine ausgeprägte Melone, die sich mit dem Alter der Tiere entwickelt. Jeder Kiefer hat 7 bis 9 Zahnpaare. Er ernährt sich hauptsächlich von Cephalopoden und kleinen Fischen, bis zu 45 kg pro Tag. Die Trächtigkeit dauert 15 bis 16 Monate. Das Entwöhnen findet ca. 24 Monate nach der Geburt statt. Der Reproduktionszylus beträgt 3 bis 10 Jahre. Wie bei allen Walen nimmt der Abstand zwischen zwei Trächtigkeiten mit fortschreitendem Alter zu. Der Grindwal sendet alle Arten von Tönen aus: Knirschen, Pfeiftöne, scharfe Laute, Schnarchen, Schnurren und Zwitschern. Einer dieser Laute ähnelt erstaunlich dem Gebrüll einer Kuh und ist ohne Zweifel der Grund für die Namensgebung der azorischen Waffänger für dieses Tier; "peixe-boi", was "Kuhfisch" bedeutet. Seine Laute werden für die Kommunikation benutzt, bestimmte dienen der Echoortung.

Beobachtungen

Der Grindwal wird sehr häufig in Begleitung von anderen Spezies gesehen (Tursiops truncatus, Physeter macrocephalus). Dieser grosse Delfin scheint die azoreanischen Gewässer von April bis Oktober zu bevorzugen (sein "Cousin" der Langflossen-Grindwal wurde von Fischern bei Fängen während der Wintermonate gemeldet). Er ist nach dem Pottwal der am häufigsten gesichtete Wal (bei 34% unserer Ausfahrten auf das Meer). Der Grindwal kann mit dem Rundkopfdelfin und vor allem mit dem Kleinen Schwertwal verwechselt werden. Er wird im Allgemeinen in Gruppen von mehreren Dutzend Tieren beobachtet, aber wir haben ihn auch schon (Juli 1993) Schulen von mehreren hundert Individuen angetroffen. Im Allgemeinen war es bei unseren Treffen mit Gruppen von Grindwalen möglich, mehrere Dutzend Tiere an der Wasseroberfläche zu beobachten. Die Tauchgärige dauern selten länger als wenige Minuten. Dennoch tauchen die grösseren Männchen bis zu 600 Metern und bleiben bis zu 15 Minuten unter Wasser. Ihre Schwimmgeschwindigkeit beträgt 4 Knoten, kann jedoch 20 Knoten erreichen.

Cetaceen der Azoren